Was ist der Gewerbeertrag?

Der Gewerbeertrag ist die zentrale Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer. Ausgangspunkt ist der nach dem Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuerrecht ermittelte Gewinn aus Gewerbebetrieb. Für die Gewerbesteuer wird dieser Gewinn um die gesetzlich vorgesehenen Hinzurechnungen und Kürzungen angepasst.

Der Gewerbeertrag ist deshalb nicht automatisch mit dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss oder dem steuerlichen Ausgangsgewinn identisch. Erst nach weiteren Berechnungsschritten entsteht der Steuermessbetrag, auf den die Gemeinde ihren Gewerbesteuerhebesatz anwendet.

Wie wird der Gewerbeertrag ermittelt?

Die Ermittlung beginnt mit dem steuerlichen Gewinn aus Gewerbebetrieb. Bestimmte Beträge werden nach den gesetzlichen Regelungen hinzugerechnet oder gekürzt. Das Ergebnis ist der Gewerbeertrag im Sinne des Gewerbesteuergesetzes.

Für die Berechnung des Steuermessbetrags wird der Gewerbeertrag anschließend auf volle 100 Euro nach unten abgerundet. Abhängig von der Rechtsform und den gesetzlichen Voraussetzungen kann außerdem ein Freibetrag berücksichtigt werden. Auf den danach maßgeblichen Betrag wird grundsätzlich die Steuermesszahl von 3,5 Prozent angewendet.

Der Gewerbeertrag ist nicht mit der endgültigen Gewerbesteuer gleichzusetzen. Erst aus dem Steuermessbetrag und dem Hebesatz der Gemeinde ergibt sich die festzusetzende Steuer.

Vereinfachter Berechnungsweg

  1. Steuerlicher Gewinn aus Gewerbebetrieb
  2. zuzüglich gesetzlicher Hinzurechnungen
  3. abzüglich gesetzlicher Kürzungen
  4. ergibt den Gewerbeertrag
  5. Abrundung und gegebenenfalls Abzug eines Freibetrags
  6. Anwendung der Steuermesszahl von grundsätzlich 3,5 Prozent
  7. ergibt den Steuermessbetrag
  8. Steuermessbetrag mal kommunaler Hebesatz
  9. ergibt die Gewerbesteuer

Gewerbeertrag, Steuermessbetrag und Hebesatz im Vergleich

Begriff Bedeutung Rolle in der Berechnung
Gewerbeertrag Steuerlicher Gewinn nach gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen und Kürzungen Ausgangspunkt für die Ermittlung des Steuermessbetrags
Gekürzter und abgerundeter Gewerbeertrag Gewerbeertrag nach Abrundung und gegebenenfalls Freibetrag Betrag, auf den die Steuermesszahl angewendet wird
Steuermessbetrag Ergebnis nach Anwendung der Steuermesszahl Grundlage für den kommunalen Hebesatz
Hebesatz Von der hebeberechtigten Gemeinde bestimmter Prozentsatz Bestimmt zusammen mit dem Steuermessbetrag die Gewerbesteuer

Warum ist der Gewerbeertrag für die Standortwahl relevant?

Der Gewerbeertrag wird nach bundesrechtlichen Regeln ermittelt. Die Gemeinde verändert den Gewerbeertrag nicht durch ihren Hebesatz. Standortunterschiede wirken sich vielmehr in der letzten Berechnungsstufe aus, wenn der Steuermessbetrag mit dem jeweiligen Hebesatz multipliziert wird.

Ein niedrigerer Hebesatz kann deshalb die Gewerbesteuerbelastung beeinflussen. Die steuerliche Zuordnung hängt jedoch nicht allein von einer Geschäftsadresse oder einem eingetragenen Firmensitz ab. Auch Betriebsstätten und die tatsächliche Unternehmensorganisation können relevant sein.

Was sollten Unternehmen beachten?

Die vereinfachte Darstellung eignet sich zur Einordnung, ersetzt aber keine vollständige Steuerberechnung. Hinzurechnungen, Kürzungen, Freibeträge, Verluste und besondere Unternehmensstrukturen können das Ergebnis beeinflussen. Für konkrete Berechnungen sollten die individuellen steuerlichen Daten zugrunde gelegt werden.

Der Ratgeber „Hebesätze im Vergleich“ erläutert die praktische Umsetzung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Bitte lassen Sie Ihren Einzelfall von Ihrer Steuerberatung bzw. einer Rechtsanwältin/einem Rechtsanwalt prüfen.

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